Gemäß unseres diesjährigen Festivalmottos «Wahnsinn» luden wir zum Abschluss zu einem literarischen Blind Date. Jetzt lüften wir das Geheimnis und es hätte kein stärkeres Finale sein können:
„Unsere Geschichte ist so passiert. Und wenn wir nichts tun, kann sie wieder passieren!“, mahnen Gamze Kubaşık und Semiya Şimşek. Sie kämpfen seit Jahren darum, gehört zu werden. Denn ihre Geschichte und die ihrer Väter ist Teil der deutschen Geschichte.
Sie waren 14 und 20, als Neonazis des NSU ihre Väter Enver Şimşek und Mehmet Kubaşık ermordeten. Jahrelang kehrten die Behörden Täter und Opfer um, verdächtigten die Familien und schlossen ein rassistisches Motiv aus. Der Wahnsinn! Und ein Trauma für die Familien der Opfer.
Doch Semiya und Gamze wurden Freundinnen und halfen einander durch die schwere Zeit.
Als der NSU aufflog, versprachen Politiker Aufklärung, ein Prozess und diverse Untersuchungsausschüsse folgten. Gamze und Semiya schöpften endlich Hoffnung. Doch sie wurden enttäuscht. Von restloser Aufklärung kann bis heute keine Rede sein.
Dafür aber kämpfen die beiden. Und sie kämpfen gegen das Vergessen.
Ihr sehr persönliches Buch »Unser Schmerz ist unsere Kraft. Neonazis haben unsere Väter ermordet« ist Erinnerung und zugleich Appell, gemeinsam gegen Rassismus und Rechtsextremismus zu kämpfen.
Zum Abschluss unseres Festivals stellt Gamze Kubaşık das Buch mit Co-Autorin Christine Werner im Gespräch mit Moderator Bastian Schlange vor.